
Eine Solaranlage besteht aus einem Heizkörper -dem "Kollektor"-
und einem Speichertank.
Wie funktioniert eine Solaranlage?
Stellen
Sie sich einen mit Wasser gefüllten Gartenschlauch in der
Sonne vor - das Wasser wird durch Sonnenstrahlung erhitzt. Ein
schwarzer Schlauch minimiert die Reflektionsverluste - das Wasser
wird heisser.
Möchten Sie Wasser für ein Freibad vorheizen? Dazu
müssen Sie nur Reihen von schwarzen Schläuchen auf
ein Flachdach nebeneinander legen (siehe Foto). In
Deutschland benötigt ein Freibad heisses Wasser nur tagsüber
im Sommer - perfekt, die "Heisswasser-Produktion"
fällt zeitlich mit der Nachfrage zusammen und Sie benötigen
keinen Speichertank!
Nun
tauschen Sie den Schlauch gegen effektivere Glasröhren
und bedecken diese mit einer Glasplatte. Das Wasser wird noch
heisser, denn Sie verringern die Konvektionsverluste. Ist das
verständlich?
Nun entfernen Sie die Glasplatte und umhüllen die Glasröhren
mit größeren Glasröhren, verschliessen das System
und saugen die Luft zwischen der inneren Röhre und der
äußeren Röhre ab - das "Thermoskannen-Prinzip".
Aufgrund der runden Form fangen Sie auch die von der Seite einfallenden
Sonnenstrahlen ein und durch das Vakuum zwischen äußerer
und innerer Röhre ist der Kollektor annährend verlustfrei.
Wenn Sie nun die Röhren an einem schrägen Rahmen befestigen,
ändern Sie die Temperaturverteilung innerhalb der Röhre:
Da heisses Wasser leichter ist, wird das kältere Wasser
nach unten sinken. Das ist der Kollektor!
Nun möchten Sie das heisse Wasser erst später nutzen?
Schliessen Sie das obere Ende der Röhren an einen gut isolierten
Tank an - das Wasser wird für mehrere Tage warm heiss bleiben.
Wenn ihr Tank höher als der Kollektor angeordnet ist, dann
müssen Sie die Wasserzufuhr mit einem Schwimmer begrenzen
- wie im Spülkasten der Toilette - oder den Tank drucksicher
ausführen.
Dieses System heisst "Thermosyphon" - siehe obiges
Foto.
Wenn
ihr Tank tiefer als der Kollektor ist, dann benötigen Sie
entweder einen Drucktank (logisch!) oder Sie lassen das heisse
Wasser aus dem Kollektor durch ein geschlossenes Röhrensystem
in den dann drucklosen, mit Wasser gefüllten Tank fliessen.
Dieser sogenannte "Wärmetauscher" ist nichts
anderes als der Tauchsieder oder der Durchlauferhitzer, wobei
statt einem über Strom erhitztem Metallstab eine mit Heisswasser
gefüllte Kupferröhre benutzt wird. Die Wärme
des Röhrensystems wird an das Wasser im Tank abgegeben.
Umso weniger Komponenten die Solaranlage benötigt umso
sicherer ist das System. Eine technisch gute und vorallem sachgerecht
bemessene Solaranlage hält 10-15 Jahre und wird die geleistete
Investition nach 5-8 Jahre zurückzahlen - der berühmte
"return of investement" oder "ROI". Bitte
glauben Sie nicht, wenn Ihnen jemand den "ROI" nach
1-2 Jahren verspricht. Das ist Verkäufergeschwätz!
So oft am Tag können Sie gar nicht duschen!
Aber wie können wir Ihnen die Solaranlage richtig
bemessen?

Weiter
Seite 1 2
3 |